Über uns

Das Fanprojekt Rostock ist eine sozialpädagogische Einrichtung der Jugendhilfe. Wir arbeiten vereinsunabhängig und richten unsere Angebote an die aktive Fanszene des F.C. Hansa Rostock. Hauptziel unserer Arbeit ist die Förderung einer positiven Rostocker Fankultur.

Wir verstehen uns als Vermittler für verschiedenste Problemlagen junger Fans zwischen 12 und 27 Jahren. Wir sind an den Spieltagen unterwegs und haben ein offenes Ohr für eure Anliegen. Neben der aufsuchenden Arbeit am Spieltag stehen bei uns im Fanprojekt in der Wismarschen Straße innerhalb der Öffnungszeiten die Türen offen. Regelmäßig gibt es in unseren Räumlichkeiten unterschiedliche Angebote und Veranstaltungen. Alle unsere Angebote basieren auf dem Konzept der Freiwilligkeit und Vertraulichkeit.

Geschichte

Im Herbst 2007 konnte in Rostock mit einer Arbeit begonnen werden, die in vielen anderen Orten bereits als selbstverständlich gilt: Im Rahmen einer von der Deutschen Fußball Liga unterstützten Vorlaufphase fiel am 1. November 2007 der Startschuss für das Fanprojekt. Das aktuelle Team besteht aus Marline Wähner und Niclas Kießling. Punktuell erhält das Team durch (Schüler-)Praktikant*innen hierbei Unterstützung. Nachdem ein erster Standort in der Nähe des Ostseestadions nicht die erforderlichen Bedingungen erfüllte, zog das Fanprojekt im Oktober 2009 nochmals um und verfügt seitdem über ausreichend Platz in zentraler Lage am Saarplatz.

Unser Auftrag

Das Fanprojekt Rostock ist eines von über 70 sozialpädagogischen Fanprojekten in Deutschland und arbeitet nach den gesetzlichen Bestimmungen des SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) und dem „Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“.

Für uns ist der grundlegende Handlungsansatz die Mobile Jugendarbeit, die schwerpunktmäßig die §§ 11 und 13 SGB VIII verbindet und darüber hinaus verschiedene Methoden der Sozialen Arbeit bündelt.

Das Fanprojekt verfolgt im Wesentlichen folgende Einzelziele (analog des Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit):

  • Reduzierung und Abbau von Gewaltformen innerhalb und außerhalb des Stadions bei Fußballspielen sowie delinquenter oder Delinquenz begünstigender Verhaltensweisen durch adressaten-/arbeitsfeldspezifische lebensweltnahe Interventionen
  • Präventionsarbeit
  • Eindämmung von menschenfeindlichen und extremistischen Erscheinungen
  • Schutz und Förderung der jugendlichen fußballspezifischen Subkultur und ihrer typischen Selbstorganisationsprozesse sowie Unterstützung von Selbstregulierungsmechanismen
  • Sensibilisierung- und Informationsaktivitäten gegenüber der Öffentlichkeit sowie Interessenvertretung gegenüber Behörden und Institutionen

Unsere Handlungsansätze

  • Akzeptanz und Förderung der spezifischen jugendkulturellen Entfaltungs- und Auseinandersetzungsprozesse der Jugendlichen innerhalb ihrer Lebenswelt als Fußballfan unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse
  • Steigerung von Selbstvertrauen und Selbstrespekt und Förderung von Lebenskompetenz sowie die Fähigkeit und Bereitschaft zur Suche nach Verhaltensalternativen
  • Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, Unterstützung bei der Entwicklung eigener kultureller, politischer und gesellschaftlicher Werte und Vorstellungen
  • Förderung von Freizeitbeschäftigungsmöglichkeiten
  • Entwicklung und Initiierung von spezifischen Einzelprojekten zur Gewaltprävention
  • Ermöglichung von Kontakten und Gemeinschaftserlebnissen
  • Regelmäßige Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit sowie aktive Mitarbeit bei Arbeitsgruppen und Gremien
  • Aufbau und Pflege von Kooperationsbeziehungen zu Behörden, Institutionen, Vereinen und Initiativen

Netzwerkarbeit

Das Fanprojekt Rostock ist in zahlreichen regionalen und überregionalen Gremien und Netzwerken im Kontext des Themenfeldes Fußball, sowie Jugendsozialarbeit vertreten. Die Vernetzung mit anderen Institutionen ist ein zentrales Merkmal unserer Tätigkeit. Ziel ist es, in den konstruktiven fachlichen Austausch zu treten.

Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte e.V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) ist ein fachlicher Zusammenschluss von Fußballfanprojekten in Deutschland, die präventive, aufsuchende und sozialpädagogische Arbeit mit jugendlichen und heranwachsenden Fußballfans leisten, und eine Interessenvertretung für Fanprojekt-Mitarbeiter*innen. Zielsetzung ist die Schaffung einer Gemeinschaft, die sich über örtliche Einzelinteressen hinaus auch auf regionaler und bundesweiter Ebene für die Belange seiner Mitglieder einsetzt und diese motiviert, sich, ganz im Sinne einer „kritischen Lobby“ für Fußballfans, auf allen Ebenen an relevanten Diskussionsprozessen zu beteiligen und sich dabei für die Förderung und den Erhalt von Fanszenen zu engagieren.

Koordinationsstelle Fanprojekte

Die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) bei der dsj wurde 1993 eingerichtet, um die sozialpädagogisch arbeitenden Fanprojekte inhaltlich zu begleiten, zu koordinieren und bei der Einrichtung weiterer Projekte mitzuwirken. Grundlage der Arbeit ist das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS), das den inhaltlichen und organisatorischen Rahmen der Jugendsozialarbeit im Fußballbereich absteckt. Neben der Beratung und Begleitung der Fanprojekte in Deutschland steht die KOS den Fußball-Institutionen, der Politik, der Polizei und den Medien in Sachen professioneller pädagogischer Fanarbeit als beratende und informierende Instanz zur Verfügung.

Das Fanprojekt wird durch das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Hansestadt Rostock und den Deutschen Fußball-Bund finanziert.